32 Nationalitäten in einem Unternehmen

Das Unternehmen Ohm & Häner trennt nur der Wald vom Zentrum der Kreisstadt Olpe. Und tatsächlich gleicht die Existenz des erfolgreichen Unternehmens auch der Geschichte eines Baumes: Seine Wurzeln sind fest in der heimatlichen Erde verankert, der Stamm ist von der Zeit und Anpassung an die Witterung geformt, und die Krone ragt hinaus in die Weite der Welt. Das Unternehmen hat derzeit Mitarbeitende aus über 32 Nationen beschäftigt. Das ist typisch für Südwestfalen – die Belegschaften sind bunt gemischt und sorgen gemeinsam für den Unternehmenserfolg. Im nachfolgenden Unternehmensporträt hat Autorin Barbara Peveling sich das genauer angeschaut …

„Willkommen in Olpe – Die Welt ist bei Ohm & Häner zu Hause!“ 

Der Kreis Olpe, Standort des Unternehmens, ist eine geschichtsträchtige Gegend. Die Schönheit der Natur der Region mag auf einen ersten Anschein ihre Bedeutung im Laufe des Weltgeschehens verdecken, doch ein Blick hinter die Kulissen zeigt, dass das Zusammenspiel von Land, Mensch und wirtschaftlicher Produktion vor Ort von langer Dauer ist.  

Diese Historie schreibt sich immer wieder in das Geschehen der Weltgeschichte ein und dabei spielen die lokalen geographischen Bedingungen eine bedeutende Rolle. Die Metallverarbeitung hat durch das intensive Vorkommen von Eisen und Kupfer schon sehr früh in der Gegend eine wichtige Rolle gespielt. Und damit auch weitreichende, überregionale Einflüsse ausgeübt. Einer der ersten bedeutenden Verleger der deutschen Geschichte war beispielsweise Johann Bergmann von Olpe, der 1494 das noch heute bekannte literarische Werk, das  „Narrenschiff“ verlegen ließ, und dessen Familienname verrät, dass auch er aus dem Milieu der lokalen Metallverarbeitung kam. Mit der Figur des Panneklöpper  wird im Kreis Olpe künstlerisch und historisch an diese bedeutende Herkunft erinnert. Auch das Unternehmertum hat in der Region eine lange Geschichte. Dafür steht die Figur der südwestfälischen Legende von Pott Jost, die Unternehmergeist und Kreativität ausdrückt.  

Diesem Vorbild des erfolgreichen Unternehmertuns entsprechen auch die beiden Gründer des Unternehmens „Ohm & Häner“. Diese kamen selbst aus der lokalen Metallproduktion der Region. Paul Ohm und Alois Häner waren als Formenmeister und Dreher beide bei der Firma Eduard Müller in Olpe beschäftigt. 

Mit ihrem Metallwerk, das sie 1961 in Olpe-Friedrichsthal gründeten, entstand ein modernes Startup-Unternehmen in einer aufsteigenden Branche. Durch die Verarbeitung des Aluminiums schrieb bei Ohm & Häner sich nicht nur in die metallverarbeitende Tradition Südwestfalens ein, sondern brachte auch Innovation in eine alte Tradition. 

Arbeit fand hier immer schon kollektiv und unter schweren körperlichen Bedingungen statt. Die Tradition des Familienunternehmens hat sich bis heute der Innovation und Leistung verschrieben. 

„In den Anfängen wurde um vier Uhr morgens mit der Hand der Ofen angeworfen, damit er um sechs Uhr heiß genug war“, berichtet Diplom-Ingenieur Bernd Häner, der unter anderem mit Dr. Ingenieur Ludger Ohm heutiger Geschäftsführer ist. 

Paul Ohm (Foto links) und Bernd Häner (Foto rechts) bilden gemeinsam mit Dr. Ludger Ohm die Geschäftsführung des Unternehmens.

Die Kundennachfrage nach einbaufertig bearbeitenden Gussteilen wuchs stetig und mit ihr das Unternehmen. In den Jahren 1974 und 1978 wurden neue Hallen erbaut und bis 1984 hatte sich die Lagerfläche des Unternehmens bereits verdoppelt. 

Bereits sehr früh wurden im Unternehmen Mitarbeiter aus anderen Nationen eingestellt, so hatte das Unternehmen schon enge und treue Angestellte aus Griechenland, noch bevor das Land 1981 der Europäischen Union beitrat. Diese Familie wurde in Olpe-Friedrichsthal heimisch, wie viele andere Arbeitnehmer des Unternehmens. Diese haben dazu beigetragen, dass das Unternehmen die steigende Nachfrage der Kunden dauerhaft erfolgreich bedienen kann.  

Ein weiterer Standort kam in Drolshagen mit der 2008 eröffneten Sandgießerei hinzu. Mit dem Unternehmen wuchs auch die Anzahl der Mitarbeiter, die mittlerweile aus 32 unterschiedlichen Nationen kommen. 

Jeder zweite Mitarbeiter bei Ohm & Häner besitzt heute einen Bezug zur Migrationsgeschichte in seinem Lebenslauf. Von den genannten Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Nationen, die das wirtschaftsstarke Unternehmen beschäftigt, sind vierundzwanzig aus  Nicht-EU-Mitgliedsländern.  

Auch in der Flüchtlingskrise hat Ohm & Häner nicht gezögert, um Menschen aufzunehmen, ihnen nicht nur einen Arbeitsplatz und damit eine Zukunft, sondern auch eine zweite Heimat und neue Lebensperspektive gegeben.  

Die Personal-Referentin Tanja Gräve-Tillman hat bereits damals positive Bilanz gezogen: „Wir sind dankbar, dass Menschen gekommen sind, die gerne arbeiten möchten. Unsere Zuwanderer sind fleißig, pünktlich, interessiert.“  

Und der Werksleiter Dr. Georg Dieckhues fügte damals hinzu: „Wir finden, dass man das in diesen Zeiten laut sagen muss. Wir brauchen diese Menschen und sind mit ihrer Leistungsbereitschaft sehr zufrieden.“ 

Gekommen aus Syrien, Eritrea und dem Kosovo – mit einem Klick auf den blauen Button können Sie die Geschichten von drei Menschen lesen, die als Mitarbeiter bei Ohm & Häner das Unternehmen voranbringen:

Das Konzept der offenen Tür hat sich bis heute bewährt, die Belegschaft der Mitarbeiter ist so vielfältig und innovativ wie das Unternehmen selbst. Doch nicht alle kommen, um zu bleiben. Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kehren nach einigen Jahren wieder in ihre alte Heimat zurück, andere bleiben, dies ist allerdings unabhängig von der Arbeitsstruktur des Unternehmens, sondern hängt eng mit persönlicher Lebensplanung und auch der politischen, wie sozialen Situation in der ehemaligen Heimat zusammen. 

„Das Unternehmen hat, wie viele andere in der Region, einen bedeutenden Bedarf an Arbeitskräften“, berichtet Paul Ohm, Ingenieur und Mitglied der Geschäftsleitung. Hierzu sind Unternehmen auch auf die Unterstützung von Ämtern und Behörden angewiesen, um Mitarbeitern Wohnraum und die nötige Infrastruktur zu bieten. 

In den beiden Werken von Ohm & Häner wird in drei Schichten gearbeitet, die erste beginnt um 6 Uhr morgens. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und für die Mitarbeiter also notwendig, Wohnraum mit guter Verkehrsanbindung in der Nähe zu finden. Hier ist Ohm & Häner, wie andere Unternehmen und Arbeitgeber der Region auch, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Politik angewiesen. Denn erfolgreich ist das Unternehmen. Die Gießerei engagiert sich für Nachhaltigkeit und investiert in den letzten Jahren vermehrt in den Schienenverkehr. Diese Investition ist mit Erfolg gekrönt, denn Ohm & Häner produziert für Siemens, der den ICE nach Ägypten bringt. Um den Aufträgen gerecht zu werden, muss sich das Unternehmen erneut vergrößern und braucht weiterhin neue Mitarbeiter. Trotz seines Fortschritts und internationalen Erfolgs zeichnet das Unternehmen vor allem die Verbundenheit mit seiner Herkunft aus, die zum einen über die Kontinuität der Metallverarbeitung, zum anderen durch die internationale Reichweiter: Bei Ohm & Häner sind Menschen aus 32 Nationen zu Hause. 

Den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Unternehmens Ohm & Häner ist gemeinsam, dass sie sich an ihrem Arbeitsplatz und auch in der lokalen Gemeinschaft wohl und vor allem willkommen fühlen, egal aus welchem Teil der Welt sie kommen, bei Ohm & Häner sind alle zu Hause. 

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